Vreni liest

Lesemonat Mai – Eine Auswahl meiner Bücher

So viele Bücher, so wenig Zeit 😉 Daher hier eine kleine Auswahl meiner Mai-Bücher:
„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ von Ava Reed
„Cinder & Ella“ von Kelly Oram
„Too Late“ von Colleen Hoover

Rezensionen … ich komme einfach nicht hinterher. Und da ich zurzeit jede Woche nur einen Beitrag schreiben kann, kann ich gar nicht alle Bücher rezensieren, die ich möchte. Und außerdem will ich ja über so viele andere Dinge auch noch schreiben.

Daher habe ich beschlossen, euch heute einfach mal Bücher vorzustellen, die ich im Mai gelesen habe. Da ich es wieder nicht geschafft habe, mich kurz zu fassen, habe ich mich auf drei beschränkt: eine kleine Rezension und zwei Mini-Rezensionen 😉

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ von Ava Reed

Absolut lesenswert.

Inhalt
Leni steht kurz vor ihrem Schulabschluss, als sie plötzlich beginnt sich zu verändern. Aus Unwohlsein wird eine Panikattacke, aus Panikattacken wird die Angst vor der Angst. Es entwickelt sich eine Depression mit Verdacht auf ein somatisches Syndrom. Als es nicht mehr anders geht, entscheidet sie sich für einen Aufenthalt in einer Klinik. Nur langsam, in ganz kleinen Schritten macht sie ab und an Fortschritte, erleidet aber auch Rückschläge. Bis sie Matti trifft. Mit ihm begibt sie sich auf eine unbekannte Reise und lernt, dass sie kämpfen muss. Dass es sich lohnt zu kämpfen …

Meine Meinung
Als ich „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ gelesen habe, habe ich etwas ganz anderes erwartet. Ja, irgendwie habe ich mehr Liebe und weniger Konzentration komplett auf die Krankheit und die nackte Angst erwartet. Mehr Roman und weniger Erfahrungsbericht. Und noch schlimmer: Irgendwie habe ich ein anderes Ende erwartet. Ich habe auf Lösungsansätze und eine tatsächliche Heilung gewartet. Stattdessen habe ich das gefunden, was ich seit Jahren selbst erlebe: das Umgehen mit der Angst, immer wiederkehrende Rückschläge, Hochs und Tiefs und letztendlich nur das Lernen damit zu leben.

Das alles bedeutet aber nicht, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Im Gegenteil – es ist extrem gut. Es hat mich in meine Vergangenheit katapultiert, ich habe gefühlt, was Leni fühlt, habe mich erinnert, habe mitgelitten und sogar die ein oder andere Panikattacke abwenden müssen. Was sich schrecklich anhört, zeigt aber nur wie wunderbar, realitätsnah und emotional Ava Reed schreibt. Ich fürchte allerdings, dass das Buch eher nur Betroffene erreichen könnte. Betroffene, die diese Ängste und Gefühle kennen. Die selbst schon öfter an einem Punkt ganz unten waren, scheinbar ohne einen Auslöser. Da ich das Buch natürlich mit diesem Hintergrund gelesen habe, kann ich nur schwer einschätzen, wie jemand ohne jegliche, psychische Probleme, den Inhalt empfinden könnte. Vielleicht langweilig? Vielleicht informativ, aber unverständlich. Vielleicht könnte aber auch jemand, der so gar nichts mit derartigen Problemen zu tun hat, ein wenig nachvollziehen, was da mit einer Person passiert. Wie schlimm das wirklich ist. Denn es gab tatsächlich ganz viele Situationen, die Ava Reed in Worte gefasst hat, für die ich nie Worte gefunden habe. Der schleichende Beginn von allem, die Suche nach (möglicherweise total sinnfreien) Erklärungen, das Steigern, die Scham, das Warten auf eine Hand, die führt, die es aber nicht gibt.

Allein deshalb, sollte jeder dieses Buch lesen. Wenn die Chance besteht, dass der ein oder andere aufgerüttelt wird. Etwas mehr Verständnis für seelische Krankheiten würde unserer Gesellschaft guttun. Ein gebrochenes Bein – das sieht jeder und jeder empfindet Mitleid. Dabei ist eine gebrochene Seele so viel schlimmer. Eine Angststörung wird belächelt, eine Depression als Jammern abgetan. In „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ zeigt Ava Reed wie schleichend so etwas kommt und wie groß, schrecklich und bedrohlich es werden kann. Und wie hilflos man zunächst damit ist.

Dass Leni letztendlich „nur“ lernt mit ihrer Krankheit umzugehen, war für mich natürlich sehr enttäuschend. Denn so ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass man wieder zu der Person werden kann, die man war – angstfrei, wenn es keinen Grund für Angst gibt – trage ich immer bei mir. Allerdings war das auch eine Stärke des Buchs. Die Realität eben. Keine Beschönigung, kein Happy End auf biegen und brechen. Auch wenn die Geschichte natürlich gut ausgeht.

Etwas mehr Liebe hätte ich mir gewünscht. Das war mir dann doch vielleicht zu realistisch 😉 Mattis Geschichte, der so eine ganz andere Krankheit in sich trägt, hat mich auch sehr berührt. Mir hat nur etwas die Entwicklung von Leni gefehlt. Während der gemeinsamen Reise muss ja etwas passiert sein, dass sie danach auf einmal Fortschritte macht. Mir ist klar, dass sie durch die Reise den Willen dazu bekommen hat, aber irgendwie ist mir die Entwicklung durch die Lappen gegangen. Oder sie war eben nicht so richtig deutlich da.

Fazit
Von mir persönlich gibt es eine klare Leseempfehlung. Das Thema ist sehr speziell. Dieses wurde aber super recherchiert – und teilweise selbst erlebt. Das liest man in jeder Zeile und wird mit dem Strom der Worte und deren Ehrlichkeit einfach mitgerissen. Vier Eselsohren für ein echt tolles Buch!

Julian Hübecker von der Jugendbuch-Couch hat ganz treffend geschrieben: „Denn das Thema gehört definitiv an die Öffentlichkeit gezerrt, da es noch viel Aufklärung bedarf“. So ist es … Wer die ganze Buchvorstellung lesen möchte, findet sie hier: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.

ALLES. NICHTS. UND GANZ VIEL DAZWISCHEN. | Ava Reed | Ueberreuter Verlag | 978-3764170899 | 320 Seiten | Hardcover | 16.95 EUR | 15. Februar 2019 | 12 bis 15 Jahre


Cinder & Ella“ von Kelly Oram

Kann man lesen, muss man aber nicht 😉

Inhalt
Ella chattet mit Cinder. Dass hinter Cinder der berühmteste Schauspieler Hollywoods steckt, ahnt sie nicht. Da sie nach einem schweren Unfall viele Verletzungen davon getragen hat, traut sie sich auch ein Treffen mit ihrer heimlichen Liebe nicht zu. Jedoch auch Cinder alias Brian Oliver hegt Gefühle für seine Cyber-Freundin. Irgendwann kommt es wie es kommen muss und die beiden lernen sich kennen.

Meine Meinung
Ich gebe es zu: das Thema is schon meins. Ab und an muss ich mal ein bisschen schnulzige Träumereien lesen. Es ist auch ganz goldig. Mit dem Unfall wird man sofort in die Story katapultiert. Fand ich klasse. Allerdings hatte meiner Meinung nach die Story einige Schwächen. Da wäre zum einen die vollkommen überzogenen Reaktionen von Ellas Mitschülern. Ja, Menschen können grausam sein. Aber nicht eine ganze Schule hackt auf einem Mädchen herum, das voller Narben nach zig OPs durch die Schule humpelt. Ich kann mir vorstellen, dass mal eine komplett verirrte Person so etwas tut. Aber eine ganze Schule bis auf ein, zwei Ausnahmen? Das scheint mir zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt.

Zum anderen stört mich die Person Cinder bzw. Brian. Der ist mir zu weichgespült, zu brav. Außerdem widerspricht sich für mich der Charakter insgesamt. Also es gibt den Bad Boy, der sich ändert. Aber hier fand keine Veränderung oder Entwicklung statt. Er verhält sich wie ein Arschloch. Aber wenn es um Ella geht, da ist er ein anderer Mensch – und gibt das jederzeit offen zu. Das ist mir zu leicht.

Die Story ist zu einfach gestrickt. Man weiß immer, was als nächstes passiert und mir fehlt ein richtiger Spannungsbogen. Worauf es hinausläuft, weiß man auf jeder Seite.

Fazit
Eine Leseempfehlung an alle, die ein bisschen träumen wollen und auf Geschichten mit Stars stehen. Es hat mich gut unterhalten. Ich verfalle jedoch nicht in tosenden Applaus. Zweieinhalb Eselsohren von mir für ein Buch, das prinzipiell schön ist, aber leider zu viele Schwächen für mich hat.

Eine ähnliche Meinung – nur etwas ausführlicher – findet ihr auf Nightingale’s Blog. Es ist immer wieder schön, wenn man nicht die Einzige ist, die nicht in Begeisterungsstürme ausbricht 😉 Cinder & Ella

Und da es so wahnsinnig hoch gelobt wurde – auf Instagram usw. – hier auch eine ganz andere Meinung dazu: Cinder & Ella bei „Lesen und Träumen“ sogar das Lesehightlight 2018.

CINDER & ELLA | Kelly Oram | ONE | 978-3846600702 | 448 Seiten | Broschiert | 12.90 EUR | 28. September 2018 | 14 bis 17 Jahre


Too Late“ von Colleen Hoover

Ähm … Nö! Muss nicht unbedingt sein.

Inhalt
Sloan ist gefangen in einer Beziehung mit dem gewalttätigen Drogenboss Asa, der sie komplett für sich beansprucht. Der unterstützt ihren kranken Bruder, so dass sie glaubt, nicht ausbrechen zu können. Asa hingegen denkt, es sei für beide die große Liebe. Völlig krank ist er von Sloan besessen. Dann taucht Carter auf, ein Undercover-Cop, der Asa überführen soll. Sloan und Carter verlieben sich und es beginnt ein gefährliches Dreiecksspiel um Leben und Tod.

Meine Meinung
Ich habe schon viel von Colleen Hoover gelesen. Und je mehr Bücher ich las, desto mehr habe ich das Gefühl bekommen, dass die Autorin eine Vorliebe für eine gewisse Unterwerfung der Frau hat. Nicht im Sinne von „Shades of Gray“, sondern eher im Sinne von „Ich bin so schwach, bitte rette mich und ich gehöre auch ganz dir“. In „Too late“ scheint sie dann diese Vorliebe komplett ausgelebt zu haben. Es ist natürlich Geschmackssache, aber mir war das „too much“. Sloan war mir irgendwie zu schwach und zu naiv. Mit ihr konnte ich mich in keinster Weise identifizieren. Ich dachte oft bloß „Himmel, Kind, dann ändre halt was.“ Und die Sichtweise von Asa war für mich persönlich zu ordinär. Der ist mir zu krank: das muss ich nicht haben.

Die Geschichte an sich ist eigentlich gut. Gut geschrieben und auch gut durchdacht. Sowohl Einstieg, als auch Spannungsbogen und Ende waren soweit wirklich okay. Zumindest das erste Ende. Und als da Ende stand, hätte einfach auch Ende sein sollen. Stattdessen folgte ein Epilog – lass ich mir gefallen. Dann ein Prolog, ein Epilog vom Epilog und schließlich noch ein Ende. Über 150 Seiten… Nichts. Zumindest nichts, was man unbedingt gebraucht hätte. Im Nachwort wird zwar erläutert, warum das so ist, hätte man meiner Meinung nach aber ruhig ändern und in die Story einbauen – oder eben auch weglassen – können.

Fazit
Ich habe das Buch zu Ende gelesen. Trotzdem kann ich nicht wirklich eine Leseempfehlung geben. Vor allem, da ich schon so viel Besseres von Colleen Hoover gelesen habe. Es gibt zu viele gute Bücher, um Zeit mit „so lala“ – Zeugs zu verschwenden. Trotzdem zweieinhalb Eselsohren, da viele Kritikpunkte Geschmackssache sind.

Wer es ganz ausführlich lesen mag, wie bescheiden das Buch ist, kann das bei dem Blog Buchstabenträumerei hier: Too Late

Nach einer anderen Meinung musste ich etwas suchen. Aber ganz anders als ich, sieht das Sarah von „Lesen ist Luxus“. Nachzulesen hier: Too Late

TOO LATE | Colleen Hoover | dtv Verlagsgesellschaft, bold | 978-3423790444 | 448 Seiten | Broschiert | 14.90 EUR | 22. März 2019

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