Vreni liest

Rezension „Blizzard – Die weiße Gabe“ von Kate Jans

Ein mitreißendes, erfrischendes Buch voller Magie. Ob für junge Erwachsene oder „richtig“ Erwachsene: mit ihrer Eismagierin ist die Story in diesen kalten Tagen genau das richtige Leseerlebnis!

„Blizzard“ Inhalt

Die Eismagierin Ami ist hat nur ein Ziel im Sinn: sie möchte Mitglied der mächtigen Magiergilde werden, der einst schon ihr Vater angehörte – Blizzard. Der arrogante und ebenso attraktive Jake scheint aus ihr unerfindlichen Gründen jedoch etwas dagegen zu haben und setzt alles daran, sie wieder zu vergraulen. Dummerweise ist dieser der Sohn des Gildenmeisters und hat einiges zu sagen. Nicht jedoch wer in den Kreis der mächtigen Magier aufgenommen wird. So beginnt für Ami eine spannende, turbulente und ziemlich gefährliche Reise in eine Welt voller magischer Kämpfe, Machtspielen, Intrigen, aber auch Freundschaft und Liebe.

„Blizzard“ Cover/Titel/Klappentext

Das Cover hat mich sofort angesprochen, weil es einen magischen Fantasyroman verspricht. Es ist etwas düsterer als der tatsächliche Inhalt finde ich, aber dennoch sehr passend zur Story. Die Inhaltsangabe jedoch lässt vermuten, dass im Mittelpunkt der Geschichte die Aufnahme in die Gilde an sich steht. Dabei hat das Buch so viel mehr zu bieten. Nur ein Bruchteil beschäftigt sich mit der tatsächlichen Aufnahme und Amis Bestreben danach. Vielmehr geht es um lang zurückliegende Ereignisse, die mit Amis Vater und dem Gildemeister zusammenhängen sowie der Suche nach ihrem Vater. Ebenso kämpfen die Freunde um den Fortbestand der Gilde insgesamt.

„Blizzard“ Plot

Ich mag es, wenn man direkt in die Story katapultiert wird und nicht ewig noch eine Vorgeschichte erzählt wird. Die wird in „Blizzard“ sehr klein gehalten, so dass mir der Einstieg leicht gefallen ist. Immer wieder bauen sich kleine Spannungsbögen auf wie die erste Begegnung mit der Hexe, die Aufnahmeprüfung, die ersten Annäherungen bzw. Streitereien zwischen Ami und Jake. So richtig spannend wird es aber erst im fortgeschrittenen Verlauf der Geschichte. Dafür aber immer wieder und abwechslungsreich mit guten, mal vorhersehbaren, mal überraschenden Wendepunkten. Das hat mich dann doch sehr gefesselt.

Die Liebesgeschichte zwischen Ami und Jake ist natürlich vollkommen vorhersehbar. Aber das ist sie ja in solchen Büchern so gut wie immer und stört mich hier auch überhaupt nicht. Schließlich hasse ich es, wenn liebestechnisch dann nicht das passiert, was ich möchte und es zu viel hin und her geht. Braucht niemand. Die Geschichte zwischen Ami und Jake überlagert auch in keinster Weise, worum es tatsächlich geht. Im Gegenteil. Sie gliedert sich super in die Story ein und hängt letztendlich ja sogar mit der Auflösung zusammen. Da kommt man schon ab und an beim Lesen ins Schwärmen 🙂 Besonders gelungen finde ich die Gegensätzlichkeit der Kräfte der beiden – Feuer und Eis – die sich so widersprechen und letzten Endes aber dann doch ergänzen.

Kate Jans schafft in „Blizzard“ eine magische Welt, die wunderbar und so bildlich ist, dass man sich alles genau vorstellen kann. Mit manchen Entscheidungen  bin ich persönlich nicht einverstanden 😉 Der Bösewicht ist mir nicht böse genug und die Auflösung am Ende dann irgendwie recht simpel. Die ein oder andere Stelle finde ich außerdem nicht völlig durchdacht. Beispielsweise die Sache mit den Aufgaben, mit denen die Magier ihr Geld verdienen: Irgendwie wirkte die für mich unnötig und hat auch im Laufe der Geschichte keinen rechten Platz gefunden. Das alles könnte aber auch der „Kürze“ des Buches geschuldet sein. Meiner Meinung nach steckt in der abgeschlossenen Geschichte so viel drin, dass man daraus locker hätte einen Zweiteiler machen können. Mit dem Potential für eine Trilogie.

Denn der Schluss hat mir besonders gut gefallen. Kate Jans schafft es nämlich dem Leser ein versöhnliches Ende zu schenken und gleichzeitig Platz für offene Fragen zu lassen. Definitiv könnte sie aus dem, wo da noch ein Fragezeichen steht, eine Fortsetzung kreieren. Genauso gut kann der Leser aber auch mit der Story abschließen. Toll!

„Blizzard“ Figuren

Ganz klar im Mittelpunkt stehen natürlich Ami und Jake. Die beiden sind so toll gezeichnet, dass man sie einfach mögen muss. Mit all ihren Eigenarten und Schwächen, ihrer Liebenswürdigkeit und ihren Stärken wachsen sie einem beim Lesen mehr und mehr ans Herz. Die Arroganz von Jake, die einerseits berechtigt ist und andererseits so vieles überdeckt, hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Genauso die Aufmüpfigkeit von Ami, wenn sie ihre Unsicherheit zu verbergen versucht. Beide, vor allem aber Ami machen im Buch eine deutliche Entwicklung durch, die mir sehr gut gefällt. Von dem recht einsamen, schwach wirkenden und unsicheren Mädchen wird Ami zu einer selbstbewussten Magierin, die sich durchaus alleine verteidigen und durchsetzen kann. Und Jake öffnet sich natürlich immer mehr, wie sich das für eine ordentliche Romanze gehört.

Auch die Nebenfiguren finde ich wunderbar. Jede für sich hat ihre ganz eigenen, persönlichen Züge, so dass eine bunte Truppe an Charakteren entsteht, die Ami tolle Freunde und gute Widersacher bietet. Und nicht alle sind zu durchschauen. So habe ich mich bis zum Schluss gefragt, ob Ted nicht doch Dreck am Stecken hat. So ein bisschen habe ich es mir gewünscht. Denn ein Verräter in den eigenen Reihen ist doch meistens ziemlich interessant, weil man einfach nie weiß, wer es tatsächlich ist. Dass Ted dann doch ein „Guter“ ist, hat aber auch irgendwie was 😉

„Blizzard“ Schreibstil Kate Jans

Kate Jans belegte mit ihrem Debütroman den zweiten Platz bei der Schreibchallenge „Schreib mit Dark Diamonds“ auf Sweek. Das hat absolut seine Berechtigung! In keiner Weise bekommt man beim Lesen den Eindruck, es sei das erste Werk der Autorin. Mit ihrem Schreibstil hat mich Kate Jans total gecatcht und an die Geschichte gebunden. Weder nervende Wiederholungen noch ewig lange, umschmückende Sätze stören den Lesefluss. Ich konnte voll und ganz in die Story eintauchen. Wie oben schon erwähnt, schafft die Autorin es, eine magische Welt zu kreieren, in der man mitfiebern, mitleiden und mitkämpfen kann.

Fazit zu „Blizzard“

„Blizzard“ von Kate Jans ist mitreißend, erfrischend und voller Magie. Alles, was ich kritisiert habe, tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung! Ob für junge Erwachsene oder „richtig“ Erwachsene: Gerade in diesen schrecklich kalten Tagen, wird die Eismagierin Ami euch in den Bann ziehen. Perfekt geeignet, um euch mit nem heißen Tee oder Kakao und einer Decke an die Heizung zu kuscheln. Ich vergebe vier von fünf Eselsohren.

In diesen schweren Tagen, ist es umso wichtiger, den lokalen Handel zu unterstützen. Wenn ich euch für das Buch begeistern konnte, bestellt es nicht bei dem bösen A oder einer großen Kette. Die Dillinger Buchhandlung beispielsweise hat festgelegte Abholzeiten. Einfach anrufen und von Montag bis Samstag zwischen 11 und 13 Uhr abholen. Sicherlich regelt das die Buchhandlung eures Vertrauens ähnlich. Also kauft, lest und bleibt gesund 🙂

Daten zum Buch „Blizzard“

BLIZZARD | Kate Jans | Carlsen | 978-3551319333 | 496 Seiten | Taschenbuch | 9,99 EUR | 29. Oktober 2020 | 14 Jahre und älter

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