... über das Leben mit vier Männern · Vreni schreibt

Der Mann als Haushaltshilfe

Fünf Tipps wie’s auch wirklich klappt!

Von leeren Klopapierrollen, aufgeklappten Toilettendeckeln oder offenen Zahnpastatuben möchte ich gar nicht sprechen. Denn schließlich ärgern sich darüber die Frauen ja schon seit 50 Jahren. Heute ist die Frau emanzipiert und der Mann hilft im Haushalt mit. Aber tut er das wirklich? Oder tut er etwa nur so? Denn bei dem zu heiß gewaschenen Pulli, der roten Socke in der weißen Wäsche, dem dreckigen Geschirr in der grade gelaufenen Spülmaschine, dem Stapel, der nur von A nach B wandert und dem irgendwie schon wieder nur halb geputzten Bad, stellt sich doch die Frage: Macht er das mit Absicht? Wartet er möglicherweise nur darauf, dass wir kapitulieren und es einfach selbst erledigen. Und dann irgendwann fragen wir vielleicht sogar nicht einmal mehr. Nein … nicht mit mir!

Hier fünf Tipps wie man den Mann beim Unterstützen unterstützen kann:

1. Der Wiederholung nicht müde werden

Neulich erst habe ich ein Schild gesehen „Ich weiß, dass ich die Schranktür reparieren soll. Du musst mich nicht alle sechs Monate daran erinnern.“ Die Rede ist natürlich von einem Mann. Was soll ich sagen? Das spricht für sich. In dem einen Moment verkleckert er beim Füttern des Babys den Brei. Im nächsten hat er es – noch während der Klecks sich langsam dem frisch geputzten Boden nähert – schon wieder vergessen. Am Morgen sagen wir „Schau mal nach dem Kinderstuhl. Die Lehne wackelt.“ Abends, ach was … zwei Stunden später, fragt er „Welcher Stuhl?“. Ich verstehe ehrlich nicht, wie so was funktioniert. Aber es ist so. Und was hilft, sind Wiederholungen. Sag es wie bei einem Kind oder einem Hund immer und immer wieder. Das Wichtigste dabei: Gib niemals auf 😉 Auch haben sich Post Its als kontinuierliche Erinnerung bei uns bewährt. Auf dem Klopapierhalter könnte stehen „Wenn ich leer bin, darfst Du mich austauschen“, auf dem Innendeckel des Mülleimers „Wenn Du mich siehst, bring den Müll raus“ oder auf der Saftflasche „Wenn Du mich austrinkst, darf ich in den Kasten zurück. Im Keller!“. Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Eurer Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

2. Triff genaue Aussagen – und zwar ganz genaue!

Der Mann an sich liest nicht zwischen den Zeilen. Öffnest du die Tür zum Mülleimer, verdrehst die Augen und sagst „Oh Mann …“. Dann hört er nicht „Oh Mann, hättest du nicht den Müll raus bringen, davor am besten das Katzenklo machen und wenn du grade dabei bist auch kurz durch die Wohnung saugen können?“. Nein … Der Mann hört „Oh Mann …“. Und wenn es richtig gut für dich läuft, denkt er vielleicht noch „Die is sauer.“ Das ist aber dann wirklich das höchste der Gefühle. Mehr versteht er nicht. Das bedeutet: kein „könntest du“, „wenn du Zeit hast“, „falls es dir nix ausmacht“, sondern „bitte mach“. Aber beachte: Natürlich nicht zu viel auf einmal. Schön nacheinander. Bedenke sein Gedächtnis. Ich würde es nicht mit einem Nudelsieb vergleichen. Viel eher trifft es ein Netz. Die fette Beute bleibt hängen, aber die Details, möglicherweise kleine Kostbarkeiten, gehen verloren.

Auch neigt nicht jeder Mann zur Logik. Zum Verdeutlichen des gesamten Sachverhalts hier ein Beispiel:

Sag nicht einfach „Kümmer dich um das Altpapier!“. Dass mehr in die blaue Tonne passt, wenn alles zerkleinert ist, scheint ein Phänomen zu sein, dass nicht jeder kennt. Sag also „Zerkleiner das Altpapier. Bitte auch das, für das man die Füße oder – man glaubt es kaum – sogar eine Schere benötigt und tue es anschließend in die blaue Tonne.“ Dabei Punkt eins „das Wiederholen“ nicht vergessen 😉

3. Sei zufrieden

Einen Kindersitz komplett ab- und wieder aufzuziehen kostet die Frau die ganze Kraft. Ohne Witz! Ich musste mich mal mit meinem kompletten Gewicht – und das ist beträchtlich – auf einen Knopf legen, um ihn zu schließen. Warum machen wir es dann? Ich sag es euch: Weil wir nicht fragen. Aus Angst, der Mann macht es nicht gut genug. Selbst schuld würde ich sagen …

Vergiss niemals: Wenn etwas nicht richtig erledigt ist, ist das besser als gar nicht getan. Es muss nicht bis in die letzte Ecke gesaugt oder gewischt sein. Niemand kniet sich in die Ecken und kontrolliert, ob auch ja jedes Staubkorn weg ist. Niemand schaut auch auf den Schrank oder unter die Couch. Das tun tatsächlich nur wir und auch nur bei unseren Männern. Sonst niemand. Und tut es doch irgendwer, ist er so bescheuert, dass es egal ist, was er sich dabei denkt. Also seid einfach zufrieden mit dem, was gemacht ist. Sollte es dann trotzdem mal an manchen Stellen so gar nicht gehen, dann achte darauf, dass er nicht mitbekommt wie du ausbesserst. Verhalte dich dabei unauffällig und tue es möglichst hinter seinem Rücken 😉 Klassisches Beispiel: die Spülmaschine umräumen.

4. Loben nicht vergessen

Nehmen wir mal an, der Mann stellt sich mit Absicht so – sagen wir mal – ungeschickt dran. Sollten wir dann meckern, denkt er, wir hätten ihn nicht durchschaut und macht weiter so. Nehmen wir jetzt mal an, er tut dies nicht extra, bedeutet das so viel wie: Er ist einfach so dämlich. Nun ich gebe zu … das spricht auch nicht wirklich für ihn. Meckern wir jetzt auch noch – wie soll er sich denn da fühlen, da er es doch eh schon so schwer hat. Spart also aus welchen Gründen auch immer nicht mit eurem Lob. Und bitte: Versucht dabei ernst zu sein. Bringt so ernsthaft wie möglich rüber, dass es eine ganz tolle Leistung ist, den Knopf der Waschmaschine gefunden zu haben oder das Bügeleisen ohne das Hinterlassen von Brandflecken benutzen zu können.

Auch hier kann das Einhalten von Tipp eins nicht schaden. Wiederholen wir dasselbe Lob oft genug, besteht sogar die Chance darauf, dass er irgendwann bestimmte Dinge ganz von selbst macht.

Ähnlich wie beim Meckern verhält es sich übrigens auch beim genervt sein. Ja, er wohnt im gleichen Haus. Und ja, er war dabei, als das Besteck vor vier Jahren eingeräumt wurde. Und ja, es liegt immer noch an derselben Stelle. Natürlich kotzt man ab, wenn er fragt, wo es hinkommt. Aber deine und seine Nerven werden geschont, wenn du dich einfach umdrehst, einen großen Schluck Wein nimmst (der geht wirklich immer) und ganz nett sagst. „Das Besteck gehört in die Besteckschublade unter dem Herd.“ Denk dir den Rest einfach! Man kann sich zusammenreißen, wenn man nur stark genug ist. Ich glaub‘ an euch 😉

5. Das Prinzip der Belohnung

Ihr kennt doch sicher den Pawlowschen Hund? Das Prinzip der Konditionierung – nutzt es für euch 🙂 Ok. Der Mann soll natürlich nicht sabbern, wenn wir das Glöckchen läuten – bitte hier kein Kopfkino! Es geht also weniger um die klassische als vielmehr um die instrumentelle Konditionierung. Und da wir ja nett sind bedeutet das nicht Lernen durch Bestrafung, sondern durch Belohnung. Trefft also Vereinbarungen und stellt ihm etwas in Aussicht. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel schreiben. Denn hier ist Platz für Kopfkino und Raum für eigene Ideen.

Zeigt ihnen dabei, dass ihr euch auch an Vereinbarungen haltet. Dass ihr diese Dinge sowieso erledigt, tut nichts zur Sache. Das merkt er ja nicht. Sonst müsste ich schließlich nicht diesen Artikel schreiben. Ganz nebenbei blüht dabei sogar eure Beziehung vielleicht noch etwas auf. Nicht, dass das nötig wäre. Schadet aber ja nicht 🙂

Selbstverständlich lassen sich die genannten Tipps auch auf das noch nicht ausgewachsene Exemplar anwenden. Ob nun in der ganz kleinen Variante, der ich natürlich keine Vortäuschung falscher Tatsachen unterstelle oder im fortgeschrittenen Zustand, von Jan Weiler als das Pubertier bezeichnet, das einfach nur motzt. Das Prinzip bleibt mit ein wenig Anpassung das Gleiche. Die Belohnungen beschränken sich beispielsweise dann einfach auf die neue Währung „Tablet- oder Nintendo Switch-Zeit“.

Man mag es kaum glauben, aber natürlich gibt es auch sehr selten die Umkehrung der Rollen. Ebenso fehlt in der ein oder anderen Beziehung der Mann. Auch das tut nicht wirklich was zur Sache. Man ersetze „Mann“ einfach nur durch „Partner“. Denn mal ganz ehrlich: Bei einem Paar wird sich doch garantiert fast jeder in der einen und der jeweils andere in der anderen Rolle wiederfinden.

4 Kommentare zu „Der Mann als Haushaltshilfe

  1. Wenn ich in dem Stil über Frauen schreiben würde, wäre es dann sexistisch? Und wieso reparierst Du Deine Schranktür nicht selber? Meine Freundin repariert ihre Schranktüren selbst. Kochen tu meist ich. Aber vielleicht geht’s nicht mal um all das, vielleicht geht es um die übliche (leider oft weibliche) Fehlannahme, dass man sich erst einen Partner sucht und ihn dann umerzieht. Sorry, Baby, das klappt nicht. Ladies, sucht Euch einfach nen Mann, der den Haushalt mit schmeißt von Tag 1 an, hinterher wird das nix mehr mit dem Männerverbiegen, da müsst ihr dann damit leben.

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    1. Lieber Wolfram, danke für deine Kritik. Klar wäre es sexistisch. Das ist mein Beitrag doch auch. Aber mal ehrlich … das Leben ist so ernst. Ein bisschen mehr Humor bitte 🙂 Ich habe den besten Mann der Welt, der sich ganz viel mit unseren Kindern beschäftigt und z. B. auch oft kocht. Eine Schranktür kann ich auch selbst reparieren. Will ich aber nicht. Und ich gebe dir recht: Wir sind seit 21 Jahren zusammen und umerziehen lässt er sich ganz gewiss nicht mehr 😉 Und ich auch nicht. Und gemeinsam nehmen wir’s gelassen 🙂

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