... über das Leben mit vier Männern · Vreni schreibt

20 Jahre Christoph und Vreni … Kein Liebesbrief an meinen Mann – oder vielleicht doch!?

weil…
…du Heimat und Zuhause bist,
weil bei dir mein Bauchweh aufhört.
Halt mich, halt mich fest.
Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt“

Philipp Poisel. „Halt mich“. Wo fängt dein Himmel an? Grönland (Rough Trade), 2010. CD.

Lieber Schatz,

heute vor 20 Jahren haben wir uns gefunden. Also ich hatte Dich schon früher gefunden. Aber Du hast eben etwas länger gebraucht, mich auch zu finden 😉 20 Jahre Christoph und Vreni. 20 Jahre voller guter und manchmal auch schlechter Erlebnisse. Und du weißt: Ich steh so gar nicht auf Liebesgesülze, weder in Wort noch in Schrift. Ich bin heute noch dankbar dafür, dass du am Altar nicht geweint hast. Auch wenn das wohl nur deine Angst war, ich könnte dann mit „nein“ antworten 😉 Kleine Gesten sind mehr mein Ding als große Worte. Aber wer mich 20 Jahre lang an seiner Seite erträgt, dem gebührt zumindest ein großes DANKE.

20 Jahre sind soooo lang!

Es ist unmöglich so weit auszuschweifen, über alles zu schreiben, was wir in zwei Jahrzehnten erlebt haben. Dennoch möchte ich dir heute ein paar Zeilen widmen, die beschreiben sollen, was mir unsere gemeinsame Zeit bedeutet.

20 Jahre – das bedeutet, du bist zwei Jahre länger bei mir als ich je alleine war. Nicht einmal die älteren Mädels, die ich trainiere, weilten da schon unter uns. Wenn es darum geht, wann wir zusammengekommen sind, kommt immer großes Gelächter auf, wenn ich mit „das war 19…“ beginne. Wir sind gemeinsam erwachsen geworden, haben uns total unterschiedlich entwickelt und haben dennoch aneinander festgehalten. Ja und nun sitzen wir hier. Mit den drei besten Jungs der Welt, einem Einfamilienhaus, einer Familien-Kutsche, zwei Katzen und zumindest einem mit Job. Und einer, die mitschreibt, was wir so alles erleben: jede Menge Trouble.

Du bist der!

Aber was heißt das eigentlich? Du bist der! Der Richtige? Ja … für mich auf jeden Fall. Du bist der, der so vieles nur für mich tut. Und das ist toll. Du redest mir gut zu, wenn ich arbeiten will und wenn ich nicht arbeiten will. Du unterstützt mich, wenn ich schreiben möchte und wenn ich es nicht möchte.

Wenn ich nicht schlafen kann, kann ich Dich immer wecken – ohne jedes Gemecker. Und wenn ich Albträume habe, flüsterst Du mir ins Ohr und ich schlafe wieder ein. Meine kalten Füße kann ich jederzeit unter Deine Decke schieben. Ganz ohne Gemaule. Ich betone das so, weil ich weiß, dass es umgekehrt nicht so einfach ist 😉

Du tröstest mich, ohne dass ich reden muss. Lässt mich in Ruhe, wenn ich es brauche. Lässt mich so weinen, trauern und darüber schweigen, wie ich es tue. Du lachst mit mir über meine Albernheit. Lässt mich im Mittelpunkt stehen, wenn ich alle Aufmerksamkeit haben will. Und du stehst hinter mir, wenn jemand mich deshalb missbilligt. Du nimmst mich genauso an wie ich bin. Mit meinen ganzen Extremen, die ich in mir trage. Positiv wie negativ. Es gibt kein grau – nur schwarz oder weiß. Und laut und bunt 😀 All das, obwohl du da genau anders tickst.

Nur für mich

Und immer, wenn ich so schrecklich Mitleid mit anderen habe, dann erfindest du nur für mich die wildesten Geschichten über die Leute. Nur für mich. Nur damit es mir besser geht.

Du teilst Dein Essen mit dem größten Futterneider der Nation: mir 😛 Du gehst mit mir zum Weihnachtskonzert der Kelly Family. Und Du trägst mit Fassung, wie ich in der ersten Reihe hübsche Sänger oder in Filmen tolle Schauspieler anhimmle. Ich mache ja auch viel für Dich – ich sag nur Eros Ramazzotti – aber zu Helene Fischer konnte ich mich noch nicht durchringen 😉

Und wenn ich mich aufgebe, glaubst Du an mich. Wenn ich nicht weiterkann, übernimmst Du. Du siehst in mir die Frau, die ich bin und ebenso das Mädchen, das noch in mir steckt. Du holst das beste aus mir raus. Die beste Version von mir.

DANKE!

Wer Höhen will, braucht auch Tiefen

Für alle, die nun denken, ich möchte alles nur schön reden. Nein, es gab auch so richtige Scheißtage. Es gab kleine und große Krisen. Zum Beispiel, wenn du den Muttertag lieber saufend mit Fußballkollegen verbracht hast als mit uns (kleine Krise) oder ich mich mal für einen anderen interessiert habe (große Krise, sehr große Krise und schon laaaange vorbei). Ja… Wir streiten uns. Wir schreien uns manchmal an, verstehen einander nicht immer, zanken, regen uns auf, nerven uns. Und oh ja… Wie du mich manchmal aufregst. Auch wenn es in meinem Artikel über den Mann als Haushaltshilfe alles überspitzt dargestellt war, is ja dennoch ein Funken Wahrheit dabei. Ich würde manchmal am liebsten laut „Scheiße“ brüllen. Und die Nachbarn werden das bestätigen: das tue ich auch mal. Also nicht „Scheiße“ brüllen. Aber schreien.

Aber wir vertragen uns auch, vertrauen einander, kämpfen gemeinsam, lieben uns. Im Kämpfen bin ich gut. Das ist meine Stärke. Und du bringst Ruhe und Zufriedenheit mit, die ich so sehr brauche. Mit jedem unserer Fehler und mit jedem, den wir an dem anderen akzeptieren, rücken wir näher zusammen.

Ja wir gehen durch Höhen und Tiefen. Durch ganze Täler sogar. Und wenn wir im tiefsten Tal angekommen sind, nehmen wir uns bei den Händen und gehen gemeinsam wieder nach Hause. Mal spazieren wir, mal laufen wir, mal schlendern wir, mal müssen wir uns anstrengen, uns abmühen. Aber wir kommen immer wieder an. Vor allem aber danke ich dir dafür, dass Du oben wartest, wenn ich mal wieder alleine durch ein Tal ziehen muss. Du bist da und redest mir gut zu, machst mir Mut, bis ich wieder oben bin.

Wir sind das Team

Wir hatten und haben in 20 Jahren viele Kritiker, die dachten und denken, wir schaffen den Weg nicht. Das sei – vor allem wegen meines Wesens – nichts für die Ewigkeit. Viele dieser Beziehungsexperten haben seither einige Trennungen hinter sich. Wir aber werden immer noch jeden Morgen nebeneinander wach. Freiwillig. Und viel mehr als das! Irgendetwas müssen wir also richtig gemacht haben 🙂 Und da bin ich stolz drauf. Auch wenn ich weit davon entfernt bin zu glauben, das sei mein Verdienst. Ich weiß, dass es mit mir nicht einfach ist. Genauso weiß ich aber auch, dass es mit mir alles andere als langweilig wird 🙂

Ich bin ruhelos und rastlos und Du bist mein Gegenpol. Und meine große Liebe. Wo ich ständig auf der Suche bin, immer wieder suche, da bist du schon angekommen. Und gibst mir das Gefühl, dass ich es auch bin. Ja, da wo du bist, wo wir zusammen sind, da ist meine Heimat. Wo auch immer wir gerade sind, wie viel Panik mich auch treibt: Bei dir hört mein Bauchweh auf und ich bin zu Hause.

Wir dürfen nicht erwarten, dass es keine Tiefen gibt. Denn schließlich gäbe es dann auch keine Höhen. Wie langweilig wäre das denn? Wir beide, wir sind ein Team und ein gutes obendrein. Zusammen gewinnen wir jeden Krieg.

Und ja… Okay, es ist ein wenig schnulzig: Für unsere drei Jungs könnte ich mir keinen besseren Papa vorstellen. Auch wenn es Tim Bendzko wäre. Oder Paddy Kelly. Auch wenn die vielleicht Mädchen könnten 😉 Nein! Ich möchte niemals einen anderen. Wir möchten niemals einen anderen. Ich liebe Dich. Wir lieben Dich. Wir fünf gegen den Rest der Welt und alles ist gut …

Christoph und Vreni in Bildern

Und hier noch unsere 20 Jahre in Bildern. Ich weiß … wir haben eigentlich ein anderes Lied. Aber ich kann es nicht mehr hören. Und nein: Von 1999 habe ich tatsächlich kein anderes Bild gefunden! Und nun Film ab!

2 Kommentare zu „20 Jahre Christoph und Vreni … Kein Liebesbrief an meinen Mann – oder vielleicht doch!?

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