Henri liest · Henri und Linus lesen · Vreni liest

Rezension „Drachenmeister“ von Tracey West

Eine Klare Leseempfehlung für diese Kinderbuch-Reihe von den achtjährigen Nachwuchsrezensenten und auch die Mamas sind begeistert 🙂 Super für Leseanfänger!

Als Mama, die besonders gern und viel liest, ist es mir wichtig, das meinen Kindern auch zu vermitteln. Wer möchte nicht gern, dass das Kind zum Buch greift statt die tausendste Folge Pokémon zu schauen. Ist ja eh immer derselbe Mist. Meine beiden Großen lesen schon relativ gern. Aber das wirklich Wahre, das sie so richtig in den Bann zieht, hatte ich noch nicht gefunden. Bis Henris Freund Linus ihm den ersten Band von „Drachenmeister“ ausgeliehen hat. Und dann ist das Lesefieber bei uns ausgebrochen.

Henri war es ganz wichtig, dass ich diese Reihe auf meinem Blog vorstelle. Und natürlich wollte er das selbst tun. In tatkräftiger Unterstützung seines Freundes Linus, haben wir uns also gemeinsam hingesetzt, um euch die Bücher ans Herz zu legen. Puh, Glück gehabt … sonst hätte ich die auch noch selbst lesen müssen (Jungskram igitt 😉). Ich feiere heute also Premiere. Zum ersten Mal rezensiere ich Bücher, die ich nicht bis ins letzte Detail gelesen habe 😉 Selbstverständlich habe ich mich aber mit den Texten und auch anderen Rezensionen auseinandergesetzt. Und ich muss zugeben: auch für Eltern sind die Bücher ganz süß zu lesen. Viel wichtiger finde ich aber, dass die beiden Leser aus der Zielgruppe ihren Senf dazu gegeben haben. Schließlich ist ihr Urteil das, was zählt.

Die Nachwuchsrezensenten: Linus (links) und Henri, beide acht Jahre.

Inhalt
Bei „Drachenmeister“ von Tracey West handelt es sich um eine illustrierte Fantasy-Reihe aus dem Adrian Verlag. Vor einer Woche (17. Mai 2019) ist der aktuelle achte Band erschienen. Natürlich wurde der schon direkt von den Jungs verschlungen.

Es geht um Drachen – oh Wunder – und ganz viel Magie, um Burgen und Ritter und mutige Kinder. Diese werden nämlich auserwählt, als Drachenmeister ausgebildet zu werden, um das Schloss und das gesamte Königreich beschützen und verteidigen zu können. Dabei steht je Buch immer eine Hauptperson mit zugehörigem Drachen im Vordergrund. Und zwar folgende, links das Kind, rechts der Drache („gaaanz wichtig!“):

Buch 1 „Der Aufstieg des Erddrachen“: Drake – Wurm
Buch 2 „Die Rettung des Sonnendrachens“: Ana – Kepri
Buch 3 „Das Geheimnis des Wasserdrachen“: Bo – Shuh
Buch 4 „Die Kraft des Feuerdrachen“: Rori – Vulkan
Buch 5 „Das Lied des Giftdrachen“: Petra – Zera
Buch 6 „Der Flug des Monddrachen“: Hero – Wati
Buch 7 „Die Suche nach dem Blitzdrachen“: Carlos – Lalo
Buch 8 „Das Gebrüll des Donnerdrachen“: Eko – Neru

Die Kinder bekommen einen Teil des großen Drachensteins, um mit ihren Drachen kommunizieren zu können. Diese erhalten sie von dem guten Zauberer Griffith, der selbstverständlich einen Gegenspieler, den bösen Zauberer, dessen Namen niemandem einfallen will, hat. Logisch, denn ohne fiesen Gegenspieler kann es ja schließlich keine Abenteuer geben. Diese erleben die Jungs und Mädels natürlich gemeinsam mit ihren Drachen. Sie müssen den bösen Zauberer (bereits erwähnt) und Giftdrachen bekämpfen, Krankheiten heilen, gegen böse Drachen kämpfen, einen Baby-Blitzdrachen wiederfinden und und und, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Cover
Die Cover gefallen Henri und Linus sehr gut. Es sind super schöne Bilder. Vor allem die Drachen und die Schrift haben es den Jungs angetan. Manche Drachen sind auch hässlich, meint Henri. Aber das scheint dem Gesamtbild keinen Abbruch zu tun. Auch ich finde die Cover sehr gelungen. Altersgerecht, schön bunt – bunt geht bei mir immer – und einzelne Teile werden haptisch hervorgehoben.

Der Klappentext interessiert die beiden überhaupt nicht „Habe ich noch nie gelesen“. Aber auch dieser passt meiner Meinung nach. Er ist nicht zu lang und man hat eine gute Vorstellung vom Inhalt des jeweiligen Buchs.

Dafür vergeben Henri und Linus 1 Eselsohr („darf ich auch 100 vergeben? Dann vergebe ich hundert“)

Plot
Ich denke, wenn zwei Achtjährige die Bücher nicht mehr aus der Hand legen können, spricht das für sich. „Als ich angefangen habe, konnte ich gar nicht mehr aufhören.“ Gespannt wartet Henri immer schon auf den nächsten Band, den Linus mit in die Schule bringt. Da werden meistens schon in der Pause die ersten Kapitel inhaliert. Im Gegensatz zum Schulbrot. „Ich hatte keine Zeit zum Essen. Das neue Drachenmeisterbuch ist da.“ Der aktuelle achte Band ist gerade erst erschienen und schon „ausgelesen“. Von beiden, in sechs Tagen.

Auf die Frage, ob sie die Reihe spannend finden kam ein „Ja mit drei Ausrufezeichen“. Außerdem – und das kann ich bestätigen – ist jedes Buch für sich, aber auch die Reihe insgesamt sehr abwechslungsreich. Es gibt „auf jeden Fall“ viele Wendepunkte in jeder Geschichte, so dass die Kinder mitfiebern und dranbleiben wollen. Außerdem sind die einzelnen Geschichten auch sehr unterschiedlich. Beispielsweise sind die Hauptcharaktere auch mal (anscheinend 😉) böse. So wird es nie langweilig beim Lesen. Außerdem steht mal ein Junge, aber auch mal ein Mädchen im Vordergrund. Wobei ich schon beim nächsten Thema wäre …

Als ich gelesen habe „Erstleser Mädchen Junge“ dachte ich „auf keinen Fall“. Das musste ich revidieren. Allein der Protagonistenwechsel, so dass auch die Mädchen die gleichen Abenteuer erleben wie die Jungs, macht die Reihe für jeden Erstleser lesenswert. Außerdem werden auch mal Mädchenthemen aufgegriffen. Im achten Band zum Beispiel heiraten König Roland und Königin Rose. „Das ist irgendwie schön“, meinte Henri. „Aber auch eklig. Warum muss denn so ne Hochzeit in dem Buch sein?“. „Das ist doch klar“, antwortete Linus. „Weil die verknallt sind. Bäh.“ Es folgten Würgegeräusche mit dem passenden Schauspiel. Wunderbar und sehr unterhaltsam:) Ob nun „Drachen“ wirklich das Wahlthema von Mädchen sind, ist wahrscheinlich einfach Geschmackssache. Die Jungs auf jeden Fall stehen voll drauf.

Linus‘ Lieblingsdrachen: Monddrache, Blitzdrache, Sonnendrache, Eisdrache.

Henris Lieblingsdrachen: Eisdrache, Monddrache, Blitzdrachen, Feuerdrache.

Außerdem kommt auch der Witz nicht zu kurz. Ich denke, es ist eine gesunde Mischung aus Spannung und Humor. „Diego ist der Freund von Griffith. Da macht es immer puff, wenn der kommt.“ Beide lachen 🙂 Nur mal, um es zu verdeutlichen…

Die Bücher enden jeweils mit einem Cliffhanger. Das nervt zwar, wenn der nächste Band noch nicht da ist, steigert aber natürlich die Spannung auf die Fortsetzung. Linus und Henri finden es gut, weil sie so immer wissen wollen, wie es weitergeht.

Tipp: Was ich persönlich super finde ist, dass die Bücher die Kinder total in ihren Bann gezogen haben. Wenn die Kinder nicht viel lesen, ist es ganz wichtig, sie irgendwie abzuholen. Das schafft diese Buchreihe. Natürlich ist das vom Interessengebiet der Kinder abhängig. Aber grundsätzlich ist es erst einmal egal, WAS sie lesen. Wichtiger ist, DASS sie lesen. Über das Thema kriegt man die meisten 😉

Für den Inhalt gibt es also „die meiste Anzahl an Punkten“, also zwei Eselsohren.

Schreibstil/Schriftgröße/Illustrationen/Textmenge
Die Leseempfehlung liegt bei sechs bis acht Jahren. Henri und Linus werden neun und sind trotzdem noch vollkommen gefesselt vom Thema. Von der Lesemenge her denke ich, dass sechs Jahre etwas zu früh ist. Das frustriert die Kinder nur. Jetzt in der zweiten Klasse, wo das Lesen relativ flüssig ist, klappt es perfekt. Aufgrund vieler Wiederholungen, eignet es sich zum Vorlesen nicht so gut. Beim Selbstlesen in dem Alter glaube ich, fällt das gar nicht ins Gewicht. Beim Vorlesen jedoch kann das schnell alle nerven. Meiner Altersempfehlung – Thema und Schriftmenge berücksichtigt – liegt also bei sieben bis neun Jahren.

Die Jungs fanden, dass das Lesen einfach Spaß gemacht hat. Einfach formulierte Texte, jede Seite bebildert und kurze Kapitel. Ein schneller Lesefortschritt spornt die Kinder einfach an. Viele Verlagsempfehlungen für Achtjährige haben so wahnsinnig viel Text, dass ich selbst beim Vorlesen schon demotiviert bin. Allerdings ist das natürlich auch ein gemeinsames Leseerlebnis, das ich mittlerweile sehr schätze. Zu meiner Zeit in der Buchhandlung bin ich immer wieder auf Kunden gestoßen, die mir erzählt haben, was und wie viel ihre Kinder oder Enkel schon lesen. Eine Kundin erzählte, dass ihr achtjähriger Enkel die „Harry Potter“-Reihe durch hätte. Abgesehen von dem vollkommen unpassenden Inhalt für das Alter, dachte ich damals „krass“. Heute, da ich eigene lesende Kinder habe, denke ich „auf keinen Fall“.

Tipp: Es ist ganz wichtig, dass die Kinder bei der Stange bleiben. Und das tun sie nur, wenn sie Erfolge haben. Lesen sie abends eine gefühlte Stunde und haben am Ende zwei Seiten gelesen und noch 547 vor sich, geben sie irgendwann auf. Besagtes Beispiel gehört wahrscheinlich zu denjenigen, die einfach gesagt haben, sie sind durch, damit sie ihre Ruhe haben.

Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache und bei „Drachenmeister“ zum Glück ganz anders. Genau die richtige Schriftgröße, die richtige Textmenge, kurze Sätze und die richtige Buchgröße – finden zumindest Henri und Linus. Obwohl das einzelne Buch für die beiden auch etwas länger sein dürfte. Bei der etwas altertümlichen Schrift war ich eher skeptisch. Die Jungs hingegen, fanden das besonders schön. Und eben passend zum Inhalt. Leseprobleme gab es überhaupt nicht. Ganz toll fanden sie übrigens auch den verschnörkelten Buchstaben zu Beginn jeden Kapitels.

Es lässt sich sehr gut lesen, aber manchmal sind ein bisschen schwere Wörter drin.“ Und das muss ich leider auch ein bisschen kritisieren. Diese Anglizismen sind ja wirklich in fast jedem Kinderbuch zu finden. Heftige Diskussionen kamen hier vor allem wegen der Namen auf. Heißt der Junge nun Drake wie die Krake oder Drake wie Cornflake? Heißt der Freund des Zauberers nun Diego mit langem i oder Diego mit ie? Ganz ehrlich: können die in der Übersetzung für Leseanfänger nicht Peter und Stefan heißen? Da wüssten die Jungs auch immer gleich von wem der jeweils andere spricht 😉 Der Zauberer Griffith heißt übrigens bei beiden alles, aber nicht Griffith. Linus nennt ihn Graffiti, Henri noch komplizierter 😉

Beide haben auch erzählt, dass sie sich die Geschichten in Farben vorstellen und die Bilder im Kopf sehen. Ich würde sagen, das spricht für einen guten, altersgerechten Schreibstil. Die einfache Ausdrucksweise hilft den Kindern, die Texte auch sinngemäß schnell zu erfassen.

Auch hierfür gibt’s ein Eselsohr.

Figuren:
Ob gut oder böse: Die Figuren sind ganz klar getrennt. Und so was braucht es für ein gutes Kinderbuch. Henri und Linus konnten sich immer mal in den ein oder anderen Charakter rein versetzen. Besonders schön ist auch, dass immer mal ein anderes Kind zur Hauptperson wird. Sie haben sich manchmal vorgestellt, sie wären die Personen. Manchmal aber auch die Drachen. Und so soll das ja sein. Perfekt würde ich sagen: ein Eselsohr dafür.

Fazit
Klare Leseempfehlung von Henri und Linus. „Jeder soll die Buchreihe lesen.“

Am 19. Juni erscheint Band 9, am 26. September Band 10. Die beiden werden sehnsüchtig erwartet. Wie es danach weitergeht, weiß noch keiner. Aber „Wir hören nicht auf zu lesen, solange es weitere Bücher gibt.“

Update vom 25.5.19: Der Verlag hat den Jungs mitgeteilt, dass es noch ganz viele Abenteuer geben wird. Und an Weihnachten gäbe es vielleicht noch eine kleine Extra-Überraschung. Na… da dürfen die Jungs und alle anderen Fans ja gespannt sein 😊

Ich persönlich kann sagen: Das Text-Bild-Verhältnis ist perfekt für Zweitklässler, die Geschichten sind liebevoll durchdacht und spannend erzählt. Dafür gibt’s von mir eine klare Kaufempfehlung an die Eltern für alle Kinder, die zum lesen animiert werden sollen oder auch schon gerne lesen. Ganz besonders für Drachenliebhaber!

Insgesamt bekommt die „Drachenmeister“-Reihe fünf Eselsohren („und noch viele mehr“) von den beiden Nachwuchsrezensenten. Und natürlich auch von mir 🙂

Noch meine Tipps kurz zusammengefasst: Über das Thema könnt ihr die Kinder abholen. Sie müssen keine Klassiker oder schwere Kost lesen. Hauptsache, sie lesen. Wenn das Buch zu dick, die Schrift zu klein oder der Text zu viel ist, demotiviert das die meisten und das Buch wird schnell wieder weggelegt. Besonders schön finde ich es, wenn ich mich mit den Jungs über die Bücher unterhalte. Sie erzählen dann immer vollkommen lebhaft und brechen in Diskussionen aus. Das ist für alle immer sehr unterhaltsam.

DRACHENMEISTER Band 8 Das Gebrüll des Donnerdrachen (beispielhaft) | Tracey West | Adrian Verlag | 978-3947188536 | 96 Seiten | Hardcover | 7.99 EUR | 17. Mai 2019 | 6 bis 8 Jahr

Ein Kommentar zu „Rezension „Drachenmeister“ von Tracey West

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