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Das lassen wir uns nicht nehmen: 4 Dinge, die du unbedingt (nicht) während einer Pandemie tun musst

Ist man vorsichtig, dann schiebt man Panik, kritisiert man eine Maßnahme, ist man ein Aluhutträger, schwankt man irgendwo dazwischen, bezieht man keine Stellung. Heute beziehe ich Stellung!

Zugegeben: diese endlosen Corona-Diskussionen gehen mir auf die Nerven. Und die Blogs sind voll mit dem Thema. Aber es beschäftigt uns nun mal alle und es bestimmt zurzeit einen großen Teil unseres Lebens – ob gewollt oder nicht. Vor allem seit vergangenem Montag: Lockdown light, privater Lockdown, Wellenbrecher-Lockdown, Fast-Lockdown, kurzer Lockdown, weicher Lockdown, Teil-Lockdown oder welches bescheuerte Wort man auch immer dafür finden mag. Wisst ihr aber, was ich am schlimmsten finde? Dieses ständige Gefühl, nichts richtig zu machen und mich für alles rechtfertigen zu müssen. Ist man vorsichtig, dann schiebt man Panik, kritisiert man eine Maßnahme, ist man ein Aluhutträger, schwankt man irgendwo dazwischen, bezieht man keine Stellung.

Und jeder weiß es besser! Alles Experten … So wie ich. Daher kann ich euch genau sagen, wie ihr euch verhalten solltet. Ja … aktuell sind wir wieder sehr eingeschränkt. Man hat uns ja wieder eingesperrt. Aber keine Angst: die Zahlen werden wieder runtergehen. Und dann schön an meine Liste halten. Man könnte es auch Bucket List nennen, denn die Zahlen werden definitiv wieder hochgehen. Sonst brauchen wir ja die Maßnahmen nicht 😉

In Urlaub fliegen

Also zunächst sollten wir natürlich auf keinen Fall unseren Urlaub stornieren. Wer bitte schön, der sich den Urlaub leisten kann, soll sich diese Gebühren denn leisten können? Aber auch ohne diese zusätzlichen Kosten, müssen wir doch mal alle raus. Zuhause hält es schließlich nach dem ersten Lockdown kein Mensch mehr aus. Mit dem Auto in eine gemütliche Ecke fahren oder einfach mal in den eigenen vier Wänden kreativ werden, reicht dabei aber nicht aus. Nur am Flughafen, wo sich so richtig alles sammelt – das ist der geeignete Ort für unseren Reiseantritt. Wir sind vielleicht noch jung, können aber möglicherweise im nächsten oder übernächsten oder überübernächsten oder überüberübernächsten – ach ihr wisst, was ich meine – nicht mehr in Urlaub. Aus … ähm … allen möglichen Gründen.

Nein, das sehe ich auch so. Das sollten wir uns nicht nehmen lassen. Auf keinen Fall! Denn schließlich sind die Flugzeuge fast leer. Warum also sollten wir verzichten, wenn doch schon all die anderen Angsthasen verzichten? Und denen können wir sagen: Nach Reiserückkehr können wir auch nichts übertragen. Wie gesagt: Flugzeug fast leer, Hotel fast leer oder Ferienwohnung ganz abgeschnitten. Und bekanntlich geht das symptomfrei ja sowieso nicht. Oder wir lassen auf Kosten … ähm aller … einen Test machen. Nur um auf Nummer sicher zu gehen. Denn unsere Oma möchten wir ja nicht gerade anstecken. Auch wenn das eh sehr unwahrscheinlich wäre …

Noch mal feiern gehen

Na Leute!? Wer versteht mich da nicht? Wenn man jung ist, hat man nur genau dieses eine Jahr, um so richtig die Sau rauszulassen. Ihr werdet uns doch nicht diese ganze Lebensqualität nehmen wollen. Wenn wir zwanzig Tage am Stück je einen Haushalt treffen dürfen, können wir ja gleich auch eine Party steigen lassen. Wir haben bloß über 20.000 Neuinfektionen. In anderen Ländern sieht es viel schlimmer aus! Unsere Maßnahmen sind da völlig überzogen. Findet ihr nicht? Es wäre wohl anmaßend zu behaupten, dass diese Maßnahmen dazu geführt haben, dass wir im Vergleich – wie drücke ich mich da aus? – nicht ganz so miserabel dastehen. Sollten wir Kontakt zu einer positiven Person gehabt haben und leichte Symptome zeigen, sollte auch ein ausstehendes Testergebnis unsere Feierlaune nicht bremsen. Dass der ein oder andere Landkreis da keine guten Erfahrungen gemacht hat, atmen wir einfach weg. Die Bezeichnung „Walk of Shame“ am morgen danach wird eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Erst mal gilt nun aber die Kontaktbeschränkung. Wenn solche Maßnahmen dann ab, sagen wir mal dem 01. November, gelten, so sollten wir natürlich am 31. Oktober unbedingt noch alles unternehmen, was wir ein paar Stunden später nicht mehr dürfen. Lokale, die richtig viel Geld in die Hygiene investiert haben, brauchen etwas Vorbereitung zum Runterfahren. Also steht die uns ja wohl auch zu, oder etwa nicht? Und sterben kann man auch an der „normalen“ Grippe. Übrigens kann uns auch ein Ziegelstein auf den Kopf fallen. Oder wir könnten in eine Pfütze treten, ausrutschen, unglücklich fallen und zwar mit dem Kopf auf einen spitzen Stein, der genau dort liegt, wo wir mit der Schläfe aufkommen würden. Der gesunde Menschenverstand wird vollkommen überbewertet. Zugegeben: bei vielen möchte ich mich da tatsächlich nicht drauf verlassen müssen.

Unseren Datenschutz in Ehren halten

Also bitte! Überall im Restaurant meine Adresse angeben? Nein danke! Die gebe ich nur an, wenn ich das Essen auch zur Haustür geliefert bekomme. Ansonsten ist mir meine Anschrift heilig. Und meine Telefonnummer. Schließlich möchte ich nicht, dass der Besitzer oder wer auch immer auf einmal einfach so vor meiner Tür steht oder mich anruft. Wer weiß, welche Absichten er hegt? Oder der Mensch vom Gesundheitsamt. Erst will er nach meinen Kontakten fragen, dann einen Test machen. Keine Ahnung, was der noch so alles von mir wollen könnte, wenn der schon mal meine Daten hat.

Von der neuen Datenschutzbestimmung, die seit Mai 2018 gilt, sind wir auch im Übrigen alle überhaupt nicht genervt. Im Gegenteil! Bei jeder Website, die wir besuchen, lesen wir die 20.000 Zeichen ganz genau durch, dass uns auch ja nix durch die Lappen geht. Erst nach genauer Prüfung klicken wir auf „akzeptieren“. Wir legen auch größten Wert darauf, immer wieder darauf hingewiesen zu werden und überall ein Datenschutzformular auszufüllen. Auch hier lassen wir uns bis ins kleinste Detail erklären, was dahinter steckt und welche Konsequenzen eine Unterschrift mit sich trägt. Wie könnten wir also nun zum Zwecke einer schnelleren Nachvollziehbarkeit bei einer App, Kompromisse eingehen? Völliger Quatsch!

Jammern

Und mein letzter Punkt auf der Liste: unbedingt jammern!

Und jetzt mal im Ernst

Einfach ab und an mal die Perspektive wechseln. Vielleicht sind wir gar nicht so schlecht dran?
Quelle: Gerd Altmann auf Pixabay

Ich kann natürlich nur für mich sprechen – einigermaßen sicherer Job, Mittelverdiener, gesund, Familie, Eigenheim, mittleres Alter. Tut es uns so weh, mal ein Jahr oder vielleicht auch zwei Jahre auf einen Urlaub, wie wir ihn sonst machen, zu verzichten? Ist es so schlimm, dass wir uns aktuell nur mit einem Haushalt gleichzeitig treffen dürfen? Oder können wir das alles nicht einfach nachholen? Es gibt so viele, denen es schlechter geht. Da wären im Kleinen erst mal die Selbstständigen, die dicht machen müssen: Lokale, Kosmetiker, Fitnessstudios. Okay, ihnen wurden 70% des Vorjahresumsatzes versprochen. Ob das so umgesetzt wird, weiß ich nicht, aber sie werden sicherlich über die Zeit auch Stammkunden verlieren. Oder schaut auf unsere Kinder. Das, was unsere Kindheit geprägt hat, geht zurzeit verloren: Umarmungen, Raufereien, aber an erster Stelle die Unbeschwertheit. Seid ihr nicht auch mit dem Glauben aufgewachsen, dass uns so gar nichts passieren kann? Sportler, die mitten in der olympischen Vorbereitung vor dem Nichts stehen. Musiker, Comedians, Künstler insgesamt und alles, die da mit drinhängen. Aber noch weiter gedacht sind da Menschen, die hätten aufgrund von Krankheit oder Alter nur noch in diesem Jahr in Urlaub fliegen können.

Es könnte uns doch wirklich schlimmer treffen. Wir könnten nur noch wenige Monate zu leben haben und das Ganze nun allein und mit Maske. Wir könnten krank sein, richtig krank, und niemand dürfte uns besuchen. Wir könnten ein krankes Kind haben und nur eine Person dürfe seine Hand halten. Wir könnten politisch verfolgt werden, in einem Flüchtlingslager sitzen, weit weg von Zuhause, ohne alles und ohne jemanden, der sich um Corona kümmert. Wir könnten nach einer Waffenlagerexplosion nichts mehr haben und das mitten in einer weltweiten Pandemie. Also ich finde wirklich, wir sollten jammern!

Wir könnten aber auch den Arsch zusammenkneifen und das Ganze gemeinsam überstehen. Wir wissen einfach nicht, was richtig ist und können nur nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Ich bin gewiss keine Expertin, möchte keine Panik verbreiten und noch weniger einen Aluhut aufziehen. Ich möchte auch keinen Zeigefinger erheben. Aber was ich als Blogautorin machen muss, ist Stellung zu beziehen. Sonst brauche ich nicht zu schreiben. Also sollte ich jemandem auf die Füße getreten sein: Sorry, but not Sorry!

Seht ihr das genauso? Oder vielleicht ganz anders? Ich freue mich auf eure ehrlichen Meinungen oder auch eine Diskussion.

Für Kochideen während des privaten Lockdowns, könnt ihr hier nachschauen – sogar mit Vier-Wochen-Speiseplan für verzweifelte Mamas.

6 Kommentare zu „Das lassen wir uns nicht nehmen: 4 Dinge, die du unbedingt (nicht) während einer Pandemie tun musst

    1. Vielen lieben Dank 🥰 Zurzeit habe ich noch nicht so viele Leser. Es wird eher wenig geteilt 🤷🏼‍♀️ Aber ich finde es toll, dass ich eben die erreiche, die ich erreiche. Habe ganz tolles Feedback zu dem Artikel bekommen. Danke 🙏

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